Android 10 Q: Das sind die neuen Funktionen

Seit Juni 2019 gibt es die vierte Beta-Version von Android 10 Q. Wir haben uns das neue Betriebssystem angesehen und verraten Ihnen, auf was Sie sich freuen können.

Bereits im März dieses Jahres hatte Google die erste Beta der Entwicklerversion (Developer Preview) von Android Q zum Download angeboten . Grundsätzlich richten sich Developer Previews vor allem an App-Entwickler, die damit das Verhalten ihrer Software in der Umgebung des neuen Betriebssystems testen können. Für den Alltagseinsatz sind die Developer Previews – zumindest in den frühen Entwicklungsstadien – nicht geeignet, da sie noch recht instabil sind und manche Apps damit Probleme bereiten.

Seit dem 5. Juni steht die Android 10 Beta 4 mit finalen APIs und dem offiziellen SDK zur Verfügung. Nach Beta 5 und Beta 6 folgt dann im August/September 2019 die finale Version von Android Q.

So bekommen Sie Android 10 Q

Android 10 Q ist als Entwicklerversion (Developer Preview) nur für ausgewählte Smartphones erhältlich. Bevorzugt werden natürlich die hauseigenen Pixel-Modelle Google Pixel / XL , Google Pixel 2 / 2 XL , Google Pixel 3 / 3 XL , Google Pixel 3a / 3a XL, die die Android 10 Beta per OTA-Update (Over-the-Air) erhalten. Um das Update zu bekommen, müssen Sie Ihr Pixel-Phone für das Beta-Programm unter google anmelden. Anschließend erhalten Sie Android 10 Q wie ein gewöhnliches Update für Ihr Smartphone.

Neben den Pixel-Geräten nehmen auch Modelle anderer Hersteller am Betaprogramm teil. Dazu zählen beispielsweise das OnePlus 6T , Sony Xperia XZ3 oder auch das Huawei Mate 20 Pro . Auf Googles Developer-Seite finden Sie eine Auflistung aller Modelle sowie jeweils einen Link zum Beta-Download und zur Installations-Anleitung.

Achtung: Haben Sie die Beta von Android 10 Q auf Ihrem kompatiblem Smartphone installiert, gibt’s es kein Zurück mehr! Sie müssen dann den kompletten Developer-Prozess bis zur finalen Version des Betriebssystems durchleben. Erst wenn diese aufgespielt ist, können Sie wieder zu einer vorherigen Android-Version zurückkehren.

Möchten Sie während des Developer-Programms auf eine ältere Android-Version umsteigen, müssen Sie Ihr Gerät komplett zurücksetzen. Dabei gehen jedoch alle Anwenderdaten verloren. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie dem Betaprogramm beitreten möchten.

Die sichtbaren Neuheiten von Android 10 Q

Android 10 Q bietet eine neue Systemnavigation. Die klassischen Navigationstasten „Zurück“, „Home“ und „letzte Apps“ gibt es zwar noch in der Beta 4, intuitiver ist aber die Gestensteuerung, die Google gegenüber Android 9 deutlich verbessert. Wischen Sie vom unteren Bildschirmrand nach oben, öffnen Sie das App-Menü. Wischen Sie nach oben und halten Ihren Finger einen Moment gedrückt, kommen Sie zu den zuletzt geöffneten Apps. Um schnell zwischen Apps zu wechseln, können Sie auf dem Navi-Balken nach rechts und links wischen. Und „zurück“ kommen Sie über einen Wisch vom linken oder rechten Bildschirmrand in die Mitte. Diese Gestensteuerung finden Sie in denEinstellungen unter System – Bewegungen – System Navigation – Fully Gesture Navigation

Power-Menü: Drücken Sie die An/Aus-Taste Ihres Smartphones für längere Zeit, öffnet sich das Power-Menü, über das Sie bisher das Gerät an oder aus machen und einen Screenshot erstellen konnten. Nun hat Google einen direkten Zugang zu den Notfallinfos mit Wähloption hinzugefügt. Diese soll Gerüchten zufolge noch um eine Screen-Recording-Möglichkeit erweitert werden. In unserer DP4 fehlte diese jedoch.

WLAN-Teilen per QR-Code: Wenn Sie jemandem Zugang zu Ihrem WLAN gewähren wollten, mussten Sie bisher die Zugangsdaten herausrücken. Viel einfacher geht das jetzt mit Android 10 Q. Im WLAN-Menü tippen Sie auf das verbundene WLAN-Netz, danach auf das QR-Code-Symbol „Teilen“. Den angezeigten QR-Code muss Ihr Gast mit einer QR-Code-App abscannen und ist anschließend mit demselben WLAN verbunden. Zum Vorbild nimmt sich Google Huawei, die dieses äußerst praktische Feature bereits nutzen.

Desktop-Modus: In den Entwickleroptionen, die Sie durch mehrfaches Tippen auf die Buildnummer unter „System“ aktivieren, findet sich jetzt eine Option „Desktop-Modus erzwingen“. Laut Beschreibungstext lässt sich damit eine Desktop-Darstellung ermöglichen, sofern Sie einen Zweitbildschirm mit dem Smartphone verbunden haben.

Dark Mode: Bei Android 10 Q können Sie nun endlich ab Werk ein dunkles Design wählen – Hersteller wie Huawei habe diese Funktion schon länger an Bord. Das Feature finden Sie in den Einstellungen unter Display – Dunkles Design . Die Einstellungen, das Benachrichtigungsmenü sowie die Google-Suchleiste auf dem Homescreen wechseln von Weiß auf Schwarz. Das sieht oft nicht nur schicker aus, es kann bei OLED-Displays sogar Strom sparen.

Neuerungen unter der Haube

Neben den Neuerungen, die Sie auch tatsächlich sehen, spendiert Google Android 10 Q weitere Funktionen, die eher unter der Haube arbeiten.

Dynamic Depth Format: Dieses Bildformat, das sich aus einem JPG-Bild mit XMP-Metadaten zusammensetzt, soll der neue Standard für Tiefeninformationen werden. Das Dynamic Depth Format erlaubt es Drittanbieter-Apps, Bildinfos für Tiefeneffekte (etwa mit gezielten Unschärfen oder Bokeh) zu verwenden.

Android Game SDK: Diese Entwicklungsumgebung richtet sich speziell an Spieleentwickler, die damit die Hardware der Smartphones, vor allem die verbauten Grafikchips, besser ausreizen.

Face-ID: Das Entsperren des Smartphones per Gesichtserkennung ist schon länger Bestandteil der Google-Play-Services. Über den Menüpunkt „Sicherheit“ der Einstellungen mussten Sie hier den „Trust Agent“ namens „Smart Lock (Google)“ aktivieren, um dann eine Ebene höher unter „Smart Lock“ via Gesichtserkennung ein „vertrauenswürdiges Gesicht“ zu hinterlegen. Mit Android Q soll die Face-ID nun direkt ins Betriebssystem wandern. In unserer Entwicklerversion war dies jedoch noch nicht geschehen.

Zwischenablage: Android Q soll eine neue Berechtigung einführen, die es Apps verbietet, auf die Zwischenablage zuzugreifen. Gerade für sensible Daten wie Telefonnummern oder Mailadressen, die beim Kopieren in der Zwischenablage landen, dürfte diese neue Berechtigung sinnvoll sein.

App-Downgrades: Für den Play Store soll es mit Android Q eine Möglichkeit geben, das letzte Update einer App zurückzunehmen.

Speicherzugriff: Bietet ein Smartphone einen Micro-SD-Kartenslot, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um diesen Speicher einzubinden. Beispielsweise lässt sich eine Karte als externer Speicher, aber auch als Erweiterung des Gerätespeichers definieren. Android Q geht noch einen Schritt weiter und führt zusätzliche Berechtigungen ein, mit denen der Anwender den Speicherzugriff stärker beeinflussen kann: So können Sie unter anderem den Zugriff auf einzelne Dateitypen (Musik, Fotos, Videos) beschränken lassen.

Antivirus-Software für Windows 10 im Test

Das AV-Test Institut hat 19 Antivirusprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Fünf Produkte haben die maximale Punktzahl erreicht, keines ist durchgefallen.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat 18 Antivirusprogramme geprüft, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht hatten. Zum Vergleich ist auch wieder der bei Windows 10 serienmäßige Microsoft Windows Defender dabei. Die ausführlichen Tests haben im März und April unter Windows 10 (64 Bit) stattgefunden. Der vorherige Testbericht unter Windows 10 ist Anfang April erschienen. Das Testfeld ist bis auf einige Versionsänderungen gleich geblieben.

Die Test-Sieger in der Kurzübersicht:

Von den 19 getesteten Produkten erzielten die fünf folgenden Kandidaten die volle Punktzahl von 18 Punkten:

Bitdefender Internet Security 23.0

F-Secure 17

Kaspersky Internet Security 19.0

McAfee Internet Security 22.3

Symantec Norton Security 22.16 & 22.17

Die Testergebnisse

Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten mühelos erfüllt. Die vollen 18 Punkte haben diesmal Bitdefender, F-Secure, Kaspersky Lab, McAfee und Norton/Symantec erreicht. Knapp dahinter folgen AhnLab, Avast, AVG, Avira, Windows Defender und VIPRE. Diese 11 Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“. An der Spitze geht es also immer enger zu.

Volle sechs Punkte für die Schutzwirkung haben außerdem vier weitere Kandidaten erzielt: Comodo, G Data, PC Pitstop und Trend Micro. Fast alle Produkte in diesem Test bieten eine gute bis sehr gute Malware-Erkennung. Nur MicroWorld eScan fällt in dieser Disziplin etwas hinter den Rest des Feldes zurück und landet daher am Ende der Tabelle. Microsofts Windows Defender hält in allen Disziplinen gut in der Spitze mit. Nur ein halber Punkt Abzug bei der Geschwindigkeit verhindert ein Top-Ergebnis.

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End PC geprüft. Dabei haben sich auch diesmal nur wenige auffallende Resultate gezeigt. Unterschiede zwischen beiden Rechnern sind zwar messbar, in der Praxis jedoch kaum zu spüren. K7 und Kaspersky bremsen beim Aufruf populärer Websites am stärksten. Bei der Installation gängiger Software machen sich fast alle Kandidaten am deutlichsten bemerkbar – nur PC Pitstop bleibt unter zehn Prozent. Vor allem BullGuard, G Data und Microsoft treten hierbei kräftiger auf die Bremse. Das Kopieren von Dateien wird nur durch Avira und G Data ein wenig verlangsamt. Bei Downloads halten sich alle Produkte unauffällig im Hintergrund.

Bei der Zahl der Fehlalarme (Kategorie Benutzbarkeit) fällt vor allem ein Testkandidat zum wiederholten Mal aus dem Rahmen: PC Pitstop mit 33 Fehldiagnosen. Malwarebytes folgt mit 15 Fehlalarmen, dann Comodo mit neun Fehlern. Nur Avira, F-Secure und Kaspersky haben alle Tests absolviert, ohne auch nur einmal falschen Alarm auszulösen. Während beim Surfen im Web auch diesmal wieder kein einziges Programm Fehlalarme produziert hat, haben bei System-Scans (kompletter Scan eines sauberen Systems) viele Kandidaten mindestens einmal fälschlich Alarm geschlagen. Abgesehen von PC Pitstop, Malwarebytes und Comodo liegt die Fehlerquote aller Produkte an der Grenze des Erträglichen oder darunter – gemessen daran, dass in diesem Test mehr als 1,6 Millionen virenfreie Dateien zu überprüfen waren.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). In diesem Test ergeben sich daraus ein paar Verschiebungen in der Reihenfolge. Zum Beispiel bedeutet dies für VIPRE den Verlust mehrerer Plätze, G Data und PC Pitstop profitieren hingegen von dieser Wertung.

Die Testergebnisse

Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten mühelos erfüllt. Die vollen 18 Punkte haben diesmal Bitdefender, F-Secure, Kaspersky Lab, McAfee und Norton/Symantec erreicht. Knapp dahinter folgen AhnLab, Avast, AVG, Avira, Windows Defender und VIPRE. Diese 11 Schutzlösungen erhalten das AV-Test-Prädikat „Top Product“. An der Spitze geht es also immer enger zu.

Volle sechs Punkte für die Schutzwirkung haben außerdem vier weitere Kandidaten erzielt: Comodo, G Data, PC Pitstop und Trend Micro. Fast alle Produkte in diesem Test bieten eine gute bis sehr gute Malware-Erkennung. Nur MicroWorld eScan fällt in dieser Disziplin etwas hinter den Rest des Feldes zurück und landet daher am Ende der Tabelle. Microsofts Windows Defender hält in allen Disziplinen gut in der Spitze mit. Nur ein halber Punkt Abzug bei der Geschwindigkeit verhindert ein Top-Ergebnis.

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End PC geprüft. Dabei haben sich auch diesmal nur wenige auffallende Resultate gezeigt. Unterschiede zwischen beiden Rechnern sind zwar messbar, in der Praxis jedoch kaum zu spüren. K7 und Kaspersky bremsen beim Aufruf populärer Websites am stärksten. Bei der Installation gängiger Software machen sich fast alle Kandidaten am deutlichsten bemerkbar – nur PC Pitstop bleibt unter zehn Prozent. Vor allem BullGuard, G Data und Microsoft treten hierbei kräftiger auf die Bremse. Das Kopieren von Dateien wird nur durch Avira und G Data ein wenig verlangsamt. Bei Downloads halten sich alle Produkte unauffällig im Hintergrund.

Bei der Zahl der Fehlalarme (Kategorie Benutzbarkeit) fällt vor allem ein Testkandidat zum wiederholten Mal aus dem Rahmen: PC Pitstop mit 33 Fehldiagnosen. Malwarebytes folgt mit 15 Fehlalarmen, dann Comodo mit neun Fehlern. Nur Avira, F-Secure und Kaspersky haben alle Tests absolviert, ohne auch nur einmal falschen Alarm auszulösen. Während beim Surfen im Web auch diesmal wieder kein einziges Programm Fehlalarme produziert hat, haben bei System-Scans (kompletter Scan eines sauberen Systems) viele Kandidaten mindestens einmal fälschlich Alarm geschlagen. Abgesehen von PC Pitstop, Malwarebytes und Comodo liegt die Fehlerquote aller Produkte an der Grenze des Erträglichen oder darunter – gemessen daran, dass in diesem Test mehr als 1,6 Millionen virenfreie Dateien zu überprüfen waren.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). In diesem Test ergeben sich daraus ein paar Verschiebungen in der Reihenfolge. Zum Beispiel bedeutet dies für VIPRE den Verlust mehrerer Plätze, G Data und PC Pitstop profitieren hingegen von dieser Wertung.

So installieren Sie iOS 13 Public Beta richtig

Mit Apples Public Beta können Besitzer von iPhone und iPad das neue iOS 13 respektive iPadOS schon jetzt installieren. Das ist leichter, als man denkt – allerdings müssen dafür einige Vorbereitungen getroffen werden. Wir führen Sie durch den Installationsprozess, inklusive Backup und allen anderen notwendigen Schritten.

Die öffentlichen Betas von iOS 13 und iPadOS sind ab sofort verfügbar – und alle iPhone- und iPad-Nutzer sind bis zum offiziellen Release im Herbst 2019 dazu aufgerufen, das neue Mobil-Betriebssystem auf Herz und Nieren zu testen. Dank des Public-Beta-Programms , das Apple vor vier Jahren erstmals aufgelegt hatte, ist das auch kein Problem: Sie können die neuen Features wie den Dark Mode, die verbesserte Notizen-App oder die Sonderfunktionen für das iPad wie die erweiterte Dateienapp bereits jetzt schon nutzen – und Freunde und Bekannte damit beeindrucken. Insofern kann es eigentlich auch direkt losgehen, oder?

Besser nicht: Vorab ist leider ein bisschen graue Theorie nötig und in jedem Fall ein lokales Backup.

Auch bei der iOS-13-Beta gilt: Nur die endgültige, offizielle Version des Apple-Betriebssystems ist eine „echte“ Betriebssystem-Version. Die Beta dient dem Ausprobieren und der Fehlersuche. Der Beta-Status besagt letztlich, dass es sich um unfertige Software handelt, die in Sachen Stabilität, Geschwindigkeit und Funktionalität noch nicht mit der endgültigen Version mithalten können. Vielmehr können experimentierfreudige Anwender im Rahmen der Public Beta das System schon einmal ausprobieren – und den Entwicklern Feedback geben.

Durch einen öffentlichen Betatest sorgen Software-Hersteller wie Apple dafür, dass ein großer Bestand an Endgeräten verwendet wird, um Bugs und andere Probleme der Software effektiver aufzustöbern. Die Entwickler suchen zwar ebenfalls nach solchen Mängeln, doch die endlosen Kombinationsmöglichkeiten von Endgeräten, Apps und Anwendungsszenarien lassen sich kaum „im Labor“ simulieren. So ergibt sich aus einem öffentlichen Beta-Test eine Win-Win-Win-Situation: Der Anwender kann das System schon vor dem offiziellen Start ausprobieren – und hilft den Entwicklern auf diese Weise, Bugs und Inkonsistenzen aufzustöbern. Das wiederum sorgt in der finalen Version für eine deutlich zuverlässigeres System, was wiederum allen Nutzern zugute kommt.

Für welche Geräte ist iOS 13 geeignet?

iPhone:

iPhone XS
iPhone XS Max
iPhone XR
iPhone X
iPhone 8
iPhone 8 Plus
iPhone 7
iPhone 7 Plus
iPhone 6s
iPhone 6s Plus
iPhone SE

iPad:

12,9″ iPad Pro 1 + 2
10,5″ iPad Pro
9,7″ iPad Pro
iPad Air 2
iPad (2017)
iPad mini 4

iPod touch:

iPod touch 7. Generation

Vorsicht beim Einsatz von Beta-Software!

Anwender, die eine unfertige i(Pad)OS-Version einsetzen, haben aber einige Nachteile: Mit Inkonsistenzen und Abstürzen muss – vor allem in frühen Beta-Versionen – gerechnet werden. Und mit einigen Apps kann es ebenfalls zu Problemen kommen. Und nicht selten gibt es Features und Funktionen, die dann doch erst in der finalen Version auftauchen. Umgekehrt kann es vorkommen, dass die Beta-Version Funktionen enthält, die im Rahmen der Entwicklung dann lieber wieder deaktiviert werden. Daher sollte man sich nicht zu sehr an neue „Geheimfunktionen“ der Beta gewöhnen. Im vergangenen Jahr musste Apple etwa während der Betaphase eingestehen, dass Gruppen-Facetime noch nicht ausgereift war. Statt in der finalen Version im Spätsommer kam das neue Feature dann mit dem ersten großen Update etliche Wochen später.

Für den Anwender bedeutet das aber: Beta-Versionen von iOS haben auf iPhones und iPads, die Sie tagtäglich für die Arbeit benötigen, nichts verloren! Zu hoch ist das Risiko, dass etwas Wichtiges nach dem Update auf die Beta nicht mehr richtig funktioniert oder sogar Daten aufgrund eines Fehlers verloren gehen. Zumal sich beim Wiederherstellen des Ursprungszustandes auf das aktuelle iOS 12 ebenfalls Datenverluste ergeben können.

Wenn Sie sich von all dem nicht abschrecken lassen, können Sie aber die Public Beta aufspielen. Das ist gar nicht so schwer.

Schritt 1: Backup der aktuellen iOS-Version auf dem Rechner erstellen

Bevor Sie loslegen, sollten Sie auf jeden Fall ein lokales Backup Ihres iPhones, iPads oder iPod Touch auf Ihrem Mac oder PC anlegen. Das empfiehlt auch Apple ausdrücklich, allein schon für den Fall, dass Sie zurück zu iOS 12 wollen!

Per iCloud ist nämlich das Zurückspielen ihres alten iOS-12-Systems nicht möglich. Warum iCloud-Backups ebenfalls ein Problem sind: Da Apple mit den iOS-Aktualisierungen auch an der iCloud herumbastelt, kann es passieren, dass iCloud-Backups später nicht mehr funktionieren oder aufgrund eines Beta-Fehlers nicht mehr zurück gespielt werden können. iOS-Geräte mit iOS 13 Beta überschreiben außerdem vorhandene Backups in der iCloud: Ein iOS-12-Backup wird damit zu einem iOS-13-Backup – und kann später nicht wieder in iOS 12 eingespielt werden.

Deshalb ist es außerordentlich wichtig, ein lokales Backup anzulegen. Um ein Update zu verhindern, sollten Sie es sogar anschließend an einen anderen Speicherort zu verschieben – das ist die sicherste Methode! Öffnen Sie dazu iTunes, schließen Sie das iPad oder iPhone an und wählen Sie es in iTunes aus. Klicken Sie den Menüpunkt „Übersicht“ an und starten Sie dann mit einem Klick auf den Menüpunkt „Backup jetzt erstellen“ das lokale Backup auf Ihrem PC oder Mac. Anmerkung: Sofern Sie auf ihrem Mac bereits die Catalina-Beta aufgespielt haben und mit diesem Rechner ihr iPhone oder iPad abgleichen wollen, bitte beachten: iTunes gibt es unter macOS 10.15 nicht mehr, der Geräteabgleich geschieht über den Finder.

Diese Backups liegen dann übrigens im Ordner „MobileSync“ in der User-Library. Wo genau, verrät dieses Apple-Support-Dokument – auch für die Windows-Version von iTunes (die es ja noch eine Weile geben wird).

Nehmen Sie den Ordner, der zahlreiche seltsam anmutende Dateien enthält, und legen Sie ihn an einem sicheren Ort auf Ihrem Mac ab, am besten auf einem separaten USB-Stick, einer externen Festplatte oder einer NAS. Ideal ist zum Beispiel das Time-Machine-Laufwerk: Schieben Sie das Backup einfach hier hin. So können Sie sichergehen, dass Sie die wichtige iOS-12-Sicherung nicht verbummeln oder aus Versehen überschreiben.

Schritt 2: Apple-ID für die Public Beta registrieren

Nun können Sie mit der eigentlichen iOS-Beta-Installation loslegen: Rufen Sie direkt mit dem iPhone oder iPad Apples Betaprogramm-Website auf. Klicken Sie unten auf „Registrieren“, um in den Beta-Bereich zu gelangen.

Vorher ist allerdings eine Anmeldung vonnöten: Apple verlangt, dass Sie den Beta-Test mit Ihrer Apple-ID verknüpfen. Geben Sie an dieser Stelle also Ihre Apple-ID und Ihr Kennwort ein – es sind die gleichen, die Sie auch für den App Store oder die iCloudverwenden. Klicken Sie anschließend auf „Anmelden“.

Sollten Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiviert haben, meldet sich jetzt die Code-Eingabe. Geben Sie den Code, den Ihr iDevice Ihnen anzeigt, auf der Apple-Website ein. Handelt es sich um ihre erste Teilnahme, zeigt Apple Ihnen noch einen Lizenzvertrag an, den Sie mit Klick auf „Annehmen“ akzeptieren. Anschließend sind Sie im Beta-Programm angemeldet.

Schritt 3: iPhone und iPad für Beta-Test vorbereiten

Nun müssen Sie das iOS-Gerät noch bei Apple registrieren. Suchen Sie unter der Überschrift „Beginnen“ den Link „registriere Dein iOS-Gerät“ und tippen Sie diesen an.

Ein Backup sollten Sie ja schon erstellt haben. Scrollen Sie auf der folgenden Seite deshalb auf Punkt 2: Hier finden Sie den Button „Profil laden“. Klicken Sie diesen an, um das Profil für den Beta-Test auf Ihrem Gerät zu installieren.

Sie sehen nun die Meldung, „Diese Website versucht, ein Konfigurationsprofil zu zeigen. Darf sie das?“. Natürlich darf sie das.

Das iOS-Betriebssystem wechselt jetzt in die Systemeinstellungen: Hier wird Ihnen angeboten, das „iOS Beta Software Profile“ zu installieren. Bestätigen Sie das, indem Sie oben rechts auf „Installieren“ klicken. Sie müssen zur Bestätigung den Sperrcode des iPads oder iPhones eingeben. Anschließend zeigt iOS noch einmal die Nutzungsbedingungen. Tippen Sie erneut auf „Installieren“. Zuguterletzt kommt noch ein Fenster mit der Überschrift „Profil“ – auch hier müssen Sie auf „Installieren“ tippen. Anschließend fordert iOS Sie auf, das Gerät neu zu starten. Ein Klick auf „Neustart“ führt diese Aktion durch.

Hinweis für Teilnehmer an der iOS-12-Beta: Teilnehmer am Beta-Test der Version iOS 12 haben bereits ein Profil installiert, anders als noch bei iOS 11 verhindert dieses alte Profil nicht die Installation von iOS 13 Beta.

Schritt 4: iOS-13-Beta auf dem iPhone oder iPad installieren

Mit dem Neustart ist es dann auch vollbracht: Die eigentliche Installation der Beta ist völlig identisch mit einem „normalen“ iOS-Update: Öffnen Sie die Einstellungen des iPhone oder iPad und wählen Sie hier „Allgemein -> Softwareaktualisierung“: Hier wird Ihnen jetzt die neueste Beta-Version von iOS 13 bereits automatisch heruntergeladen. Falls nicht, müssen Sie „Laden und Installieren“ antippen. Der Download kann je nach Tageszeit, Endgerät und Auslastung der Apple-Server eine ganze Weile dauern.

Die Beta können Sie anschließend ganz normal wie alle Updates mit einem Klick auf „Jetzt installieren“ auf Ihr Gerät bringen. Wie üblich müssen Sie anschließend noch den Geräte-Sperrcode eingeben. Anschließend wird die iOS-13-Beta automatisch auf Ihrem iPhone oder iPad installiert. Übrigens: Alle neuen Beta-Updates tauchen künftig ebenfalls an dieser Stelle auf, die letzte Beta ist zumeist identisch mit der finalen Fassung.

Schritt 5: iOS 13 einrichten und benutzen

Die Installation selbst dauert natürlich auch eine Weile. Ist sie abgeschlossen, meldet iOS 13 nach Eingabe des Gerätecodes Erfolg: Das Update ist abgeschlossen! Nun müssen Sie nur noch Ihr Apple-ID-Passwort eingeben, um die Einrichtung abzuschließen.

Schritt 6: Beta-Test beenden und zu iOS 13 zurückkehren

Falls Sie Fehler entdecken, die das Gerät für Sie zunächst unbenutzbar machen oder Sie keine Lust mehr auf die Public Beta haben, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie warten auf das nächste Beta-Update – oder Sie kehren zu iOS 12 zurück und spielen das in Schritt 1 erstellte Backup wieder ein. Letzteres ist nicht ganz profan:

Verbinden Sie Ihr iPhone oder iPad zunächst mit einem PC oder Mac, auf dem iTunes installiert ist.

Drücken Sie anschließend die Home- und die Ein/Aus-Taste so lange, bis Sie den Wiederherstellungs-Bildschirm sehen.

iTunes meldet jetzt, dass es ein Problem mit dem iPhone oder iPad festgestellt hat. Klicken Sie auf „Wiederherstellen“, um es auf Werkseinstellungen zurück zu setzen. Dadurch wird auch das Beta-Profil entfernt.

Nach der Wiederherstellung können Sie via iTunes das Backup aus Schritt 1 zurück spielen. Dazu war auch das Backup auf dem Rechner notwendig: Nur so können Sie sicher sein, dass Ihr iPhone- oder iPad-Backup nicht überschrieben wurde.

Falls Sie die Beta doch wieder installieren möchten, können Sie die Anleitung erneut von Schritt 1 aus durchspielen.

So wird Ihr PC wieder wie neu

Ausmisten, Putzen, Patchen – bringen Sie Ihren Rechner wieder auf Vordermann. Befreien Sie ihn von Datenmüll. Wir haben die besten Tools dafür herausgesucht.

Im Laufe der letzten Monate haben sich eine Menge Programme auf der heimischen Festplatte angesammelt. Mit unseren Tools werden Sie überflüssige Speicherfresser nicht nur wieder los, sondern entfernen auch sämtliche Dateirückstände und doppelte Dateien. Wenn Sie schon dabei sind, den virtuellen Putzlappen zu schwingen, bringen Sie mit unseren Programmen gleich noch alles auf den neuesten Stand und entsorgen Vertrauliches sicher. Entrümpelt, entstaubt und frei von Dateileichen macht die Arbeit am PC gleich doppelt so viel Spaß.

Ein Klassiker der Putz-Tools ist sicher der CCleaner (Crap-Cleaner). Er untersucht eine Vielzahl von Programmen auf spezifische Dateirückstände – etwa Verlauf und Cookies im Browser – und löscht Gewünschtes per Mausklick. Optional missten sie mit dem CCleaner auch den Autostart aus und überschreiben die Festplatte, um das Wiederherstellen sensibler Daten durch Dritte zu vermeiden. Während der CCleaner sehr bekannt ist, wissen nur wenige, dass er auch ein separates kostenloses Addon hat: den CCEnhancer. Dieser erweitert die Liste der vom CCleaner unterstützen Programme erheblich.

Windows Terminal (Preview) darf getestet werden

Microsoft hat die Preview von Windows Terminal für Windows 10 zum Testen freigegeben. Mit an Bord: viele Neuerungen.

Microsoft bietet jetzt auch allen Windows-10-Nutzern die Möglichkeit an, eine Vorabversion der neuen Windows-Terminal-App zu testen: Windows Terminal (Preview) ist hier im Microsoft Store erhältlich. Microsoft hatte die neue Windows-Terminal-App Anfang Mai auf seiner Entwicklermesse Build 2019 offiziell vorgestellt und deren Auslieferung für dieses Jahr in Aussicht gestellt.

Mit Windows Terminal (Preview) für Windows 10 wird auch das Windows-Subsystem für Linux (WSL) zu Windows-Subsystem für Linux 2 (WSL2) aktualisiert. Die Oberfläche der neuen Terminal-App ähnelt mehr einem Browser: In Tabs kann die gewünschte Kommandozeile geöffnet werden, sei es die klassische Windows-Eingabeaufforderung, die Linux-Bash oder Powershell. So kann man in mehreren Tabs gleichzeitig arbeiten. Der Inhalt eines jeden Tabs kann auch in unterschiedlichen Farben angezeigt werden, was dabei hilft, die Übersicht zu behalten. Wer möchte schon einen typischen Windows-Konsolen-Befehl fälschlicherweise in einer Linux-Bash eingeben, um dann eine Fehlermeldung zu kassieren…

Die neue Terminal-App unterstützt asiatische Schriftzeichen. Hinzu kommen eine Unterstützung von Emojis, Erweiterungen und Designs. Für die Darstellung von Text nutzt Windows Terminal die GPU-beschleunigten Routinen von Directwrite und DirectX. Dadurch können Schriftzeichen, Symbole und Emojis deutlich schicker als bisher dargestellt werden. Außerdem hat Microsoft für die neue Terminal-App im Rahmen eines Open-Source-Projekts eine neue Standard-Schriftart gestaltet, die die Inhalte besonders übersichtlich anzeigt.

Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass die Preview-Version noch Fehler enthalten kann. Die Nutzer werden außerdem um Feedback gebeten. Weitere Infos zu bereits gemeldeten Bugs finden Sie hier auf der Github-Seite zum Projekt.

So kontrollieren Sie Ihre Hardware mit Sensoren unter Linux

Wie heiß der Prozessor wird oder ob sich der CPU-Lüfter noch dreht, lässt sich per Software herausfinden. Um alle verfügbaren Sensoren abzufragen, ist jedoch etwas Konfigurationsarbeit nötig.

Hardwarekontrolle mit Sensoren, wie heiß der Prozessor wird oder ob sich der CPU-Lüfter noch dreht, lässt sich per Software herausfinden. Um alle verfügbaren Sensoren abzufragen, ist jedoch etwas Konfigurationsarbeit nötig.

Ein defekter oder verschmutzter Lüfter kann die Temperatur von Prozessor oder Grafikkarte so weit in die Höhe treiben, dass das System instabil wird. Die CPU taktetet dann herunter, der Rechner reagiert nur noch zögerlich oder stürzt häufig ab. Dauerhaft zu hohe Temperaturen schaden außerdem den elektronischen Bauteilen, was nach einiger Zeit zu einem Komplettausfall führen kann. In PCs ist das Netzteil eine weitere Fehlerquelle. Defekte Kondensatoren beispielsweise halten die Spannungen nicht mehr stabil, was zu zahlreichen Fehlfunktionen führen kann.

Ob sich alle Werte im Normbereich befinden oder ob es Auffälligkeiten gibt, erfahren Sie unter Linux mit Tools, die die Sensordaten auslesen. Weitere Tools informieren Sie über Gesundheit und Temperatur der Festplatten. Wie das funktioniert, zeigen wir am Beispiel Ubuntu , bei anderen Systemen kann das Vorgehen teilweise abweichen.

Messwerte über Bios/Firmware ermitteln

Nicht jede Hauptplatine ist mit Sensoren für Temperaturen und Spannungswerte ausgestattet. Vor allem bei Notebooks sind in der Regel keine Sensorchips verbaut. Was die Hardware kann, lässt sich im Bios/ Firmwaresetup ermitteln. Bei Notebooks gibt es oft nur wenige Angaben, etwa zur Taktfrequenz und Temperatur der CPU. Bei Desktop-PCs finden Sie dagegen meist in einem Menü wie „PC Health“ oder ähnlich ausführlichere Informationen zu Spannungen, Temperaturen und den Umdrehungszahlen der Lüfter. Sind diese vorhanden, ist die Hauptplatine mit einem Sensorchip ausgestattet, der sich unter Linux wahrscheinlich auch per Software auslesen lässt.

Treiber für Sensoren einrichten

Der Linux-Kernel bietet Module, über die sich Hardwaredaten auslesen lassen, die aber nicht alle automatisch geladen werden. Um den passenden Treiber zu finden, installieren Sie das Paket „lm-sensors“ mit diesem Terminalbefehl:

sudo apt install lm-sensors

Danach starten Sie das eigentliche Tool:

sensors

Auf den meisten PCs erhalten Sie nur Infos zur Temperatur der Prozessorkerne. Dafür ist ein Modul zuständig, das der Kernel standardmäßig lädt. Um weitere Sensoren zu finden, verwenden Sie diesen Befehl:

sudo sensors-detect –auto

Die Option „–auto“ sorgt dafür, dass alle Fragen automatisch mit dem vorgegebenen Wert beantwortet werden. Am Ende sehen Sie eine Liste der erforderlichen Kernel-Module. Im optimalen Fall hat sensors-detect den Sensorchip erkannt, beispielsweise „it87“ oder „nct6775“. Sollte nur „cortemp“ (Intel), „k10temp“ oder „k8temp“ (AMD) auftauchen, scrollen Sie im Terminal zum Beginn der Informationen und dann wieder nach unten. Achten Sie auf die Angabe „yes“ am Ende der Zeilen. Bei einem Test-PC mit der Hauptplatine MSI B250M PRO-VDH tauchte hier

Trying family ‚VIA/Winbond/ Nuvoton/Fintek’… Yes

Found unknown chip with ID 0xd352

auf. Sensors-detect hat zwar einen Sensor-Baustein gefunden, den Treiber aber nicht geladen, weil dieser offiziell die Version des Chips nicht unterstützt. In diesem Fall kann es helfen, das Laden des Treibers zu erzwingen, für unser Beispiel etwa mit dieser Befehlszeile:

sudo modprobe nct6775 force_id=0xd352

Sensors sollte dann deutlich mehr Informationen liefern, wenn der Treiber geladen wurde. Mit dem Terminalbefehl

dmesg

lassen Sie sich die letzten Kernel-Meldungen ausgeben. Bei Erfolg sehen Sie eine Info wie die folgende:

nct6775: Found NCT6795D or compatible chip at 0x4e:0xa20

Es gibt allerdings keine Gewähr dafür, dass das bei jeder Hauptplatine ähnlich funktioniert. Die Suche im Internet nach der gemeldeten ID in Verbindung mit „sensors“ liefert meist Ergebnisse mit den Erfahrungen anderer Benutzer.

Wenn sensors-detect nichts findet, obwohl ein Sensorchip vorhanden ist, versuchen Sie dessen Typ mit einem Blick auf die Hauptplatine herauszufinden. Es handelt sich meist um Bausteine mit der Aufschrift „Nuvoton“, „Winbond“ oder „ITE“ mit Abmessungen von circa 1 x 1 cm. Manchmal sind diese Informationen auch im Handbuch zu finden. Über eine Internetsuche ermitteln Sie, ob und wie dieser Chip sich unter Linux ansprechen lässt.

Treiber beim Systemstart laden: Damit die Sensorinformationen direkt nach einem Linux-Neustart zur Verfügung stehen, erstellen Sie eine Konfigurationsdatei:

sudo gedit /etc/modules-load.d/sensoren.conf

Tragen Sie die Namen der Treiber jeweils in einer eigenen Zeile ein. „cortemp“, „k10temp“ oder „k8temp“ müssen Sie nicht eintragen, weil der Kernel diese Module automatisch lädt. Wenn zusätzliche Optionen erforderlich sind, erstellen Sie zusätzlich die Datei „/etc/modprobe.d/ sensoren.conf“. Hier tragen Sie beispielsweise diese Zeile

options nct6775 force_id=0xd352

ein.

Formatierung der Sensorwerte anpassen

Sensors gibt zahlreiche Werte aus, die sich nur teilweise von selbst erklären und auch nicht immer plausibel sind. Die Angaben zu den Umdrehungszahlen der Lüfter, beispielsweise hinter „fan2“ und „fan3“, stimmen meistens. Bei den Spannungsangaben, etwa hinter „in0“ bis „in14“, ist jedoch nichts von 12 oder fünf Volt zu sehen, sondern deutlich geringere Werte. Die Ursache dafür liegt im geringen Messbereich der Sensoren, meist 0 bis 4,08, 3,06 oder 2,048 Volt. Die Register liefern 256 Messwerte, sodass sich etwa bei 2,048 Volt acht Millivolt-Schritte ergeben. Höhere Spannungen werden durch vorgeschaltete Widerstände reduziert und müssen erst in die tatsächlichen Werte umgerechnet werden. Das erfolgt zusammen mit der Beschriftung der Einträge über die Datei „/etc/sensors3. conf“, die Daten für einige meist ältere Sensorchips enthält. Ist ein unterstützter Chip enthalten, sehen Sie in der sensors-Ausgabe beispielsweise statt „in2“ die Beschreibung „+3.3V“. „sensors3.conf“ wird bei einem Paketupdate überschrieben, daher sollten Sie in der Datei nichts ändern. Für eigene Anpassungen werden Konfigurationsdateien mit der Endung „.conf“ im Ordner „/etc/sensors.d“ berücksichtigt.

Vorbereitete Konfigurationsdateien finden Sie im Github-Projekt von lm-sensors . Eventuell gibt es hier eine Datei, die genau zu Ihrem Mainboard passt. Kopieren Sie diese in den Ordner „/etc/sensors.d“ und lesen Sie die Konfiguration mittels

sudo sensors -s

ein. Sensors zeigt dann Beschreibungen und die korrigierten Messwerte.

Temperaturentwicklung unter Belastung

Probleme der Hardware zeigen sich oft erst, wenn die Temperatur unter höherer Last ansteigt. Das kleine Tool s-tui hilft Ihnen dabei, die CPU-Auslastung in die Höhe zu treiben, die Temperatur zu kontrollieren und damit die Wirksamkeit der Lüftung zu testen. s-tui ist mit einer einfachen grafischen Oberfläche für das Terminalfenster ausgestattet. Zur Installation verwenden Sie diese beiden Befehlszeilen:

sudo apt-get install gcc python-dev python-pip stress

sudo pip install s-tui

Danach starten Sie das Tool mit

s-tui

Das Programm zeigt die Taktfrequenz, Auslastung, Temperatur und Leistungsaufnahme des Prozessors an. Klicken Sie auf „Stress“, um den Belastungstest zu starten. Die Temperatur sollte dabei nicht über das für die CPU zulässige Maximum steigen und das Betriebssystem sollte weiter stabil laufen. Andernfalls reinigen Sie die Lüfter oder tauschen sie aus.

Korrekturwerte für Spannungen ermitteln

Wenn bei Github keine Konfigurationsdatei für Ihren PC zu finden ist, suchen Sie im Internet danach. Sollten Sie nichts finden, erstellen Sie die Datei selber. Als Vorlage kann eine der Github-Dateien für eine ähnliche Hauptplatine mit dem gleichen Sensorchip dienen.

Welche Versorgungsspannungen sich genau hinter den Ausgaben von sensors verbergen, lässt sich nicht ohne Weiteres herausfinden und ohne Dokumentation vom Mainboardhersteller nur erraten. Erste Hinweise gibt eine Beobachtung der Werte mittels des Befehls

watch -d sensors

Durch „-d“ werden die Änderungen hervorgehoben. Erzeugen Sie eine höhere Prozessorlast, beispielsweise über das Tool s-tui (siehe Kasten). Bei aktuellen CPUs verändert sich wenigstens ein Wert deutlich unter Last, etwa von 0,75 auf 1,08 Volt. Das ist typisch für die CPU-Kernspannung („Vcore“). Da sich die Spannung im Messwertbereich des Sensors bewegt, ist sie nicht skaliert und kann ohne Umrechnung verwendet werden.

Die Spannungen fünf und 12 Volt sind nur schwer zu identifizieren, da diese auf jeden Fall umgerechnet werden müssen.

Zur Berechnung benötigt man mehrere Messungen der Versorgung mit fünf und 12 Volt. Die findet man entweder über Bios-Screenshots im Internet, man beobachtet Schwankungen der Werte im Bios-Setup oder verwendet ein vom Boardhersteller geliefertes Tool unter Windows. Aus den Spannungsdifferenzen ergeben sich dann die skalierten Millivolt-Schritte, beispielsweise von 50 Millivolt. Wenn der Chip in 12-mV-Schritten misst und das Bios eine Spannung von 12,072 anzeigt, lautet die Rechnung: 12,072 V/ (50/12)=2,897 V. Wenn in der Ausgabe von sensors ein Wert um die 2,897 Volt auftaucht, handelt es sich wahrscheinlich um den Messwert für die 12-Volt-Spannungsversorgung.

Bei Sensorchips mit einem kleinen Messbereich von 2,048 Volt, wie dem NCT6795D in unserem Test-PC, liegen die Werte oft dicht beieinander. Man kann sich damit behelfen, den Skalierungsfaktor herauszufinden. Angenommen, das Bios zeigt 12,48 Volt an und Sensors liefert 1,02, 1,03, 1,04 Volt, dann ergibt sich bei Acht-mV-Schritten: 12,48/1,04*8=96. Die anderen Voltzahlen ergeben keine ganzzahligen Werte und scheiden daher wahrscheinlich aus, jedenfalls, wenn sich die Spannung inzwischen nicht geändert hat. Der Skalierungsfaktor ist in diesem Fall 96/8, also 12: 12,48 V / (96/8) = 1,04 V. Bei 5,5 und 3,3 Volt gehen Sie entsprechend vor. Die Skalierungsfaktoren können jedoch andere sein und aufgrund von Rundungsfehlern ergeben sich auch nicht immer ganzzahlige Faktoren.

Individuelle Konfiguration erstellen

Erzeugen Sie die eigene Konfigurationsdatei mit einem beliebigen Texteditor:

sudo gedit etc/sensors.d/MeineSensoren.conf

In der ersten Zeile muss „chip“ gefolgt von der Typbezeichnung stehen. Wenn sensors „nct6795-isa-0a20“ ausgibt, genügt „nct6795-*“. Danach folgen Abschnitte für die einzelnen Sensoren, die jeweils mit „label“ beginnen:

label in4 „+12V“

Dies weist dem Sensor „in4“ einen aussagekräftigen Namen zu. In den „label“-Abschnitten lässt sich mit „compute“ ein Spannungs- oder Temperaturwert umrechnen und mit „set“ ein Minimal- und Maximalwert setzen. Mit „ignore“ blenden Sie einen dahinter angegebenen Wert aus. Eine Beispielkonfiguration sehen Sie in der Abbildung oben.

Die Berechnung mit „compute“ verwendet den jeweiligen Wert („@“) und besteht aus zwei Teilen. Vor dem Komma wird die aktuelle Spannung mit dem zuvor ermittelten Korrekturfaktor multipliziert. Die Formel nach dem Komma wird für die Anpassung der Minimal- und Maximalwerte eingesetzt. Nachdem Sie die Konfigurationsdatei gespeichert haben, führen Sie

sudo sensors -s

aus und lassen sich die geänderten Werte dann mit sensors anzeigen.

Grafische Oberfläche für Sensoren

Sobald lm-sensors konfiguriert ist, können Sie psensor für eine grafische Darstellung verwenden. Das Programm lässt sich unter Ubuntu über das gleichnamige Paket installieren. Psensor zeigt die gleichen Werte an wie sensors, allerdings keine Spannungen. Setzen Sie Häkchen in der Spalte „Graph“, um sich den Verlauf eines Wertes im Diagramm anzeigen zu lassen.

Über „Einstellungen“ im Menü legen Sie auf der Registerkarte „Providers“ fest, welche Sensoranbieter berücksichtigt werden sollen. Neben „lm-sensors“ gibt es auch Unterstützung für Sensoren auf Nvidia-Grafikkarten, wenn der proprietäre Nvidia-Treiber installiert ist. Unter „Hard disk drive“ aktivieren Sie „Enable support of udisks2“. Psensor liefert dann auch die Temperaturen der Festplatten. Soll Psensor automatisch starten, setzen Sie auf der Registerkarte „Startup“ ein Häkchen vor „Launch on session startup“. Das Tool zeigt sich auch über ein Symbol im Panel, das nach einem Klick darauf eine Übersicht mit den Sensordaten liefert.

Ein weiteres Tool ist die Erweiterung Freon für die Gnome-Shell, die sich ebenfalls als Symbol im Panel zeigt und bei Bedarf auch Infos zu den Versorgungsspannungen liefert. Hier richten Sie über den Link „Click here to install browser extension“ zuerst eine Firefox-Erweiterung ein. Nutzer von Ubuntu 18.04 müssen außerdem das Paket „chromegnome- shell“ installieren. Starten Sie Firefox neu, suchen Sie auf der Webseite nach „Freon“ und klicken Sie auf „Freon by UshakovVasilii“. Setzen Sie den Schalter rechts oben auf „On“ und bestätigen Sie per Klick auf „Installieren“. Nach kurzer Zeit meldet sich die Erweiterung mit den Temperaturangaben für Maximal- und Durchschnittswerte im Panel. Per Mausklick klappen Sie ein Menü mit weiteren Werten auf. Was angezeigt werden soll, legen Sie über „Sensoreinstellungen“ fest. Setzen Sie beispielsweise den Schalter hinter „Versorgungsspannung anzeigen“ auf „An“. Hinter „HDD/SSD-Temperaturdienst“ wählen Sie in der Regel „UDisks2“ und hinter „Grafikkartendienst“ einen Anbieter wie „Nvidia“ oder „Catalyst“ (AMD).

Zustand der Laufwerke prüfen

Festplatten und SSDs protokollieren Statusinformationen automatisch. Diese SMART-Werte (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology) lassen sich auslesen und geben Hinweise auf Defekte. Starten Sie das Tool gnome-disks per Suche nach „Laufwerke“, bei Ubuntu 18.04 über „Aktivitäten“. Klicken Sie das gewünschte Laufwerk auf der linken Seite des Fensters an und drücken Sie die S-Taste.

Das Fenster zeigt die Temperatur des Laufwerks und die Betriebsstunden. Hinter „Allgemeine Einschätzung“ sollte „Das Laufwerk ist in Ordnung“ stehen – wenn nicht, sollten Sie an einen Austausch denken. Bei SSDs steht in der Tabelle hinter „wear-leveling- count“ in der Spalte „Normalisiert“ ein aussagekräftiger Wert. Neue SSDs starten mit „100“ und der Wert reduziert sich mit der Zeit. Sobald er nahe „0“ ist, sollten Sie das Laufwerk ersetzen.

Gnome-disks zeigt bei externen Laufwerken keine SMART-Werte und auch keine Temperatur an. Dafür benötigen Sie das Tool gsmartcontrol, das Sie über das gleichnamige Paket installieren. Per Doppelklick auf das gewünschte Laufwerk öffnen Sie das Infofenster. Auf der Registerkarte „Attributes“ sehen Sie die SMART-Werte und unter „Temperature Log“ die Temperatur.

Hinweis: Auch bei unauffälligen SMART-Werten kann ein Laufwerk jederzeit ausfallen. Vor Datenverlust schützen nur regelmäßige Backups.

Android 9 Pie: Diese Geräte erhalten das Update

Android 9 Pie ist offiziell verfügbar. Und für diese Geräte gibt es schon ein Update oder ist ein Update geplant.

Android 9 Pie ist offiziell seit dem 6. August 2018 verfügbar und tritt damit die Nachfolge von Android 8 Oreo an, welches sich mit den Marktanteilen zunächst schwer tat und im Juli 2018 zumindest die 12-Prozent-Marke knackte. Die Verbreitung von Android 9 Pie dürfte aufgrund des Projekts Treble deutlich schneller erfolgen. Wie schnell bewies zum Start von Android 9 bereits Essential: Für sein Essential Phone erschien das Android-9-Update bereits wenige Stunden nach der Google-Verkündung. So schnell hat bisher kein Dritthersteller eine neue Android-Version ausgeliefert.

Ein Überblick über alle bisherigen Android-Versionen:

Android 1.0 Base, September 2008

Android 1.5 Cupcake, April 2009

Android 1.6 Donut, September 2009

Android 2.0 Eclair, Oktober 2009

Android 2.2 Froyo, Mai 2010

Android 2.3 Gingerbread, Dezember 2010

Android 3.0 Honeycomb, Februar 2011

Android 4.0 Ice Cream Sandwich, Oktober 2011

Android 4.1 Jelly Bean, Juni 2012

Android 4.4 Kitkat, Oktober 2013

Android 5.0 Lollipop, November 2014

Android 6.0 Marshmallow, Oktober 2015

Android 7.0 Nougat, August 2016

Android 8.0 Oreo, August 2017

Android 9.0 Pie, 6. August 2018

Android 9.0 Pie mit vielen Neuerungen

Der neuen Android-Version spendieren die Google-Entwickler wieder eine Vielzahl von Neuerungen. Darunter die Möglichkeit, die Smartphones per Gestensteuerung zu bedienen. Hinzu kommen außerdem ein neues Dashboard, ein verbessertes Messaging und Multikamera-Unterstützung. Neugierig geworden? Alle Neuerungen und Verbesserungen stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor, den wir auch laufend aktualisieren.

Android 9.0 Pie ist für diese Geräte verfügbar

Für die folgenden Geräte ist als Over-the-Air-Update Android 9 Pie verfügbar:

Google Pixel

Google Pixel XL

Google Pixel 2

Google Pixel 2 XL

Google Pixel 3

Google Pixel 3 XL

Essential PH-1

Android 9 Pie: Und wann erhalten andere Smartphones das Update?

Google arbeitet laut eigenen Angaben mit allen namhaften Herstellern von Android-Smartphones zusammen, damit diese möglichst zügig das Pie-Update ausliefern können. Dazu zählen etwa Samsung, Sony, HMD (Nokia), General Mobile, Huawei, HTC, LG, Kyocery und Sharp. Erfahrungsgemäß dauert es aber immer eine Zeit lang, bis erste Geräte mit Android 9 ausgeliefert werden oder ein Update für ältere Geräte bereitgestellt wird. Auch Google ist sich des Problems bewusst und versucht die Bereitstellung der Updates zu beschleunigen. Abzuwarten bleibt aber letztendlich, ob sich Android 9 Pie schneller als die Vorgängerversionen verbreiten wird.

Konkret haben nur wenige Hersteller der oben genannten Smartphones ein Android 9.0 Pie Update zugesagt. Wir gehen aber derzeit davon aus, dass das Update unter anderem auch für folgende Smartphones verfügbar sein wird. Früher oder später. Eine offizielle Bestätigung gibt es in den meisten Fällen aber noch nicht!

20 Tipps für schnelleres Arbeiten mit Excel

Der Umgang mit Formeln, E-Mail-Adressen und Formatierungen sorgt bei der Arbeit mit Excel immer wieder für Ärger. 20 nützliche Ratschläge.

Wenn Excel-Anwender ratlos sind und auch Formeln und Funktionen nicht mehr weiterhelfen, wissen die Wirtschaftsprüfer von KPMG weiter. Sie haben die folgenden Lösungsvorschläge zusammengestellt.

1. Excel-Tabelle als erweiterte Metadatei kopieren und einfügen

Diese Funktion hilft, unterschiedliche Buchstaben- und Zahlengrößen zu vermeiden. Wichtig ist, dass sie zuvor die richtige Tabellengröße einstellen.

Excel-Tabelle kopieren

Shift-Taste drücken und auf „Bearbeiten“ gehen

Bild kopieren/auswählen

Nach Word oder Powerpoint wechseln

Über „Bearbeiten“-Menüpunkt den Inhalt einfügen

2. Daten mit der rechten Maustaste ziehen

Wenn Sie Verknüpfungen oder Hyperlinks einfach erstellen wollen, gehen Sie wie folgt vor:

Datenbereich auswählen

Mit der rechten Maustaste ziehen

Von den möglichen Optionen „Formatierungen, Formeln und Hyperlinks“ auswählen

3. Als Text importierte Zahlen wieder als Zahl formatieren

Dieser Tipp hilft bei der Arbeit mit Zellen, die Zahlen sind.

Die Zahl „1“ in eine leere Zeile schreiben

Zelle kopieren

Zellen markieren, in denen sich die als Text formatierte Zahlen befinden und auf „Bearbeiten“ – „Inhalte einfügen“ klicken

„Alles“ wählen, multiplizieren und auf OK klicken

4. Formel nach unten ziehen

Manchmal ist Excel einfach zu schnell, wenn der Benutzer die Auswahl „Formel nach unten ziehen Markierung“ zu weit nach unten vornimmt. Stattdessen:

Auf die erste Zeile klicken und kopieren

In die nächste Zeile gehen, markieren und „Shift“ drücken

Mit dem Pfeil bis zur gewünschten Zelle gehen und „Shift“ loslassen

„Enter“ klicken

5. Hyperlinks in Excel-Tabellen anwählen, ohne sie auszuführen:

Wenn Sie eine Zelle mit einem Hyperlink anwählen wollen, ohne diesen bei einem Mausklick auszuführen, empfiehlt sich folgender Trick:

Die Zelle mit der Maus anklicken und die linke Maustaste dabei etwas länger gedrückt halten.

6. Zellbezüge in Formeln ändern

Wenn Sie die Zellbezüge von „absolut“ auf „relativ“ ändern wollen, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

Bezug in der Bearbeitungsleiste markieren;

Taste „F4“ so oft drücken, bis der Bezug passt.

7. Ärgerliche grüne Dreieicke in Excel entfernen

Sie stört das kleine grüne Dreieck in der oberen linken Ecke der Zelle? Dann machen Sie Folgendes:

Klicken auf „Extras – Optionen – Fehlerprüfung“

Haken bei „Nicht gesperrte Zellen enthalten Formeln“ entfernen

8. E-Mail-Adresse nicht in einen Hyperlink verwandeln

Normalerweise wandelt Excel eine eingegebene E-Mail-Adresse schnurstracks in einen Hyperlink um. So verhindern Sie das:

Nach der Eingabesbestätigung mit „Enter“ sofort auf den „Rückgängig“-Button drücken oder „STRG+Z“.

9. Suchrichtung im Excel-Tabellenblatt umkehren

Normalerweise suchen Sie über „STRG+F“ von oben nach unten, was manchmal lästig sein kann. Gehen Sie daher wie folgt vor, um die Suchrichtung jederzeit umzukehren:

Suchbegriff eingeben

Tastenkombination „STRG+Umschalt“ drücken (und halten)

Auf „Weitersuchen“ klicken

10. Erstellen eines Datenblatt-Diagramms

Um die Entwicklung der Zahlenreihe schnell zu überblicken, machen Sie dies:

Datenbereich markieren

„F11“ drücken

11. Datum und Uhrzeit eingeben

Sie müssen in Zellen Ihrer Tabelle immer wieder das aktuelle Datum und die Uhrzeit eingeben.Zwei einfache Tastenkürzel ersparen Ihnen das wiederholte Eingeben von Datum und Uhrzeit:

Drücken Sie Strg-. (Strg-Taste und Punkt-Taste gleichzeitig betätigen) fügt Excel das aktuelle Datum ein.

Die Eingabe der Uhrzeit erledigt die Tastenkombination Strg-Shift-. für Sie.

12. Schnelle Vorschau

Sie haben Bereiche Ihrer Tabelle mit Rahmen und Formatierungen versehen, sind sich allerdings nicht sicher, ob das Resultat Ihren Vorstellungen entspricht. Um sich auf die Schnelle vom Aussehen Ihrer Tabelle zu überzeugen, benutzen Sie die Druckvorschau in Excel.

Gehen Sie dazu auf „Datei“ und wählen Sie „Drucken“, dann wird Ihnen auf der rechten Seite eine aussagekräftige Voransicht der Tabelle angezeigt.

13. Formatpalette nutzen

Sie möchten die Formatierung von Zellen in Ihrer Tabelle möglichst einfach und schnell ändern.

Zur Schnellformatierung blendet Excel eine schwebende Formatpalette ein. Sie erscheint nach einem Rechtsklick auf eine einzelne Zelle, eine Zeilen-oder Spaltenüberschrift oder einen zuvor markierten Zellbereich. Über die Ausklappfelder und Schaltflächen der Palette lassen sich die Schriftart, Farbe, Größe, Ausrichtung, Füllung sowie der Rahmentyp und die Zahlenformatierung ändern.

14. Monate in der richtigen Reihenfolge

Beim Sortieren einer Tabelle nach Monaten ordnet Excel diese unsinnigerweise alphabetisch an, das heißt also April, August, Dezember und so weiter. So vermeiden Sie eine alphabetische Sortierung:

Wählen Sie „Daten -> Sortieren“ und hier bei „Sortieren nach“ die Spalte mit den Monaten.

Bei „Reihenfolge“ wechseln Sie zu „Benutzerdefinierte Liste“, und im folgenden Dialog wählen Sie „Januar, Februar, März…“.

15. Jede zweite Zeile einfärben

Zur besseren Übersicht möchten Sie jede zweite Zeile Ihrer Tabelle mit einer Farbe unterlegen. Das Erstellen eines schicken Zebramusters ist recht einfach:

Markieren Sie den gewünschten Tabellenbereich und wählen Sie im Register „Start“ eine der vielen Vorlagen unter „Als Tabelle formatieren“ aus.

16. Bedingte Formatierung

In einer Tabelle sollen wichtige Zahlenwerte zwischen weniger wichtigen hervorgehoben werden.

Dies gelingt Ihnen mithilfe der bedingten Formatierung, die Sie über „Start -> Bedingte Formatierung“ aktivieren. Hier können Sie aus mehreren Möglichkeiten zur Hervorhebung von Werten und Zellen auswählen. So kann Excel beispielsweise Zahlen ab einem einstellbaren Schwellenwert in einer anderen Farbe darstellen, Farbskalen anzeigen oder Tendenzpfeile einblenden.

17. Eine Tabelle vor Änderungen schützen

Eine fertige Tabelle soll vor weiteren (versehentlichen) Veränderungen geschützt werden.

Klicken Sie auf „Datei“ und im folgenden Dialog rechts auf „Arbeitsmappe schützen“. Einen effektiven Schutz vor vorschnellen Änderungen an der Arbeitsmappe bietet die Option „Als abgeschlossen kennzeichnen“. Damit stellen Sie sicher, dass stundenlanges Arbeiten an einer Tabelle nicht mit wenigen unvorsichtigen Klicks zunichtegemacht werden kann. Excel erlaubt die Bearbeitung der Tabelle zukünftig beim Öffnen erst nach einem Bestätigungsklick auf „Trotzdem bearbeiten“.

18. Excel-Datei mit Passwort schützen

Vertrauliche Tabellen sollen zum Schutz vor Unbefugten mit einem Passwort versehen werden.

Öffnen Sie die Arbeitsmappe und wählen Sie daraufhin „Datei -> Arbeitsmappe schützen -> Mit Kennwort verschlüsseln“. Tippen Sie jetzt Ihr Wunschpasswort ein – Excel berücksichtigt dabei auch die Groß-und Kleinschreibung. Geben Sie das Passwort zur Bestätigung erneut ein und speichern Sie die Datei. Von nun an müssen Sie beim Öffnen das Kennwort eingeben. Um das Passwort wieder zu löschen, gehen Sie zu „Datei -> Arbeitsmappe schützen -> Mit Kennwort verschlüsseln“, löschen das durch Sternchen angezeigte Passwort und speichern die Datei.

19. Zahlen schnell addieren

Sie möchten auf die Schnelle ein paar Zahlen in Ihrer Tabelle zusammenzählen.

Sie brauchen keine Formel einzugeben. Markieren Sie einfach die gewünschten Zellen mit der Maus und blicken Sie auf die Statusleiste unten am Fensterrand. Dort steht das Ergebnis. Sie können nach einem Rechtsklick auf die Leiste auch andere Berechnungen anzeigen lassen.

20. Tabelle ohne Formeln kopieren:

Sie wollen eine Tabelle weitergeben, ohne dass der Empfänger Ihre Formeln sehen kann.

Ersetzen Sie in einer Kopie der Tabelle die betroffenen Formeln durch Werte. Dazu markieren Sie den Bereich, der Formeln enthält, und drücken die Tastenkombination Strg-C zum Kopieren. Erstellen Sie mit Strg-N eine leere Tabelle. Per Rechtsklick ins Blatt und „Inhalte einfügen -> Werte“ setzen Sie die Zellen ohne Formeln und Bezüge ein.

Dateien im richtigen Programm öffnen – so geht’s

Beim Doppelklick auf eine Datei öffnet sich die falsche Anwendung oder Windows 10 startet überhaupt kein passendes Programm, sondern zeigt Ihnen nur ein Auswahlfenster an? In diesem Fall liegt ein Problem mit der Dateitypzuordnung vor, das Sie leicht lösen können.

1. Klicken Sie auf die Windows-Schaltfläche und links auf das Zahnradsymbol. Klicken Sie dann auf „Apps“ und links auf „Standard-Apps“. Rechts erscheint eine Übersicht der wichtigsten Programmzuordnungen für E-Mails, Bilder, Musik, Karten und so weiter. Falls noch keine Standard-App für eine Kategorie ausgewählt ist, erscheint stattdessen ein graues Plus-Symbol.

2. Klicken Sie unter den einzelnen Dateitypen auf den Namen der derzeit festgelegten Anwendung, um aus einer Liste ein neues Programm auszuwählen, das auf Ihrem Rechner installiert ist.

3 . Zeigt Windows 10 den gewünschten Dateityp in der Übersicht nicht an, scrollen Sie ganz nach unten und klicken auf „Standard-Apps nach Dateityp auswählen“.

4. Nun sehen Sie eine deutlich umfangreichere Liste mit den in Windows 10 registrierten Dateitypen und den ihnen aktuell zugeordneten Programmen. Suchen Sie in der linken Spalte anhand der alphabetisch sortierten Dateiendungen nach dem gewünschten Dateityp. Anschießend klicken Sie rechts auf die derzeit verknüpfte Anwendung oder das graue Plus-Symbol und dann auf den Namen Ihres bevorzugten Programms, um es als Standard-App zu speichern.

5. Auch im Explorer können Sie die Zuordnung des Dateityps ändern. Wählen Sie nach einem Rechtsklick auf die Datei „Öffnen mit“ und – falls angezeigt – „Andere App auswählen“. Im folgenden Fenster markieren Sie das gewünschte Programm, setzen ein Häkchen vor „Immer diese App…“ und bestätigen mit „OK“.

Multiboot mit Linux einrichten – so geht’s

Mehrere Betriebssysteme auf dem gleichen Rechner oder einem USB-Datenträger? Das geht. Dabei können Sie es sich je nach Anspruch sehr einfach oder technisch komplizierter machen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Häufigstes Szenario für Dual- oder Multiboot-Umgebungen sind Parallelinstallationen von Linux und Windows. Wer auf sein Windows-System nicht verzichten will oder kann, aber hauptsächlich mit Linux arbeiten will, wird mit einer parallelen Installation beider Systeme keine Schwierigkeiten haben. Entscheidend ist, dass Windows zuerst installiert ist: Nachfolgend installierte Linux-Varianten erkennen das bestehende Windows und bieten automatisch eine parallele Einrichtung an.

Dualboot von Linux und Windows ist aber nicht das einzige Multiboot-Motiv: Auch der Start mehrerer Linux-Systeme von einem Datenträger ist häufig erwünscht – insbesondere auf mobilen USB-Datenträgern, die einen ganzen Linux-Werkzeugkasten mitbringen sollen.

Multiboot-Stick mit mehreren Livesystemen

Unetbootin , Etcher , Win 32 Disk Imager sind Tools, die genau ein Systemabbild bootfähig auf USB kopieren. Wer auf größeren USB-Sticks oder auf USB-Festplatten mehrere Reparatur- und Zweitsysteme für jeden Einsatzzweck unterbringen will, kann ebenfalls auf einschlägige Werkzeuge zurückgreifen:

1. Unter Linux geht das am einfachsten über das Tool Multisystem, für das Sie einen FAT32-formatierten USB-Stick benötigen. Installieren Sie das Tool in einem Terminalfenster über die folgenden vier Zeilen:

echo deb http://liveusb.info/multisystem/depot all main | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/multisystem.list wget -q http://liveusb.info/multisystem/depot/multisystem.asc -O- | sudo apt-key add – sudo apt update sudo apt install multisystem

Starten Sie dann Multisystem, wählen Sie den USB-Stick in der Liste aus und klicken Sie auf „Überprüfen“. Bestätigen Sie die Installation des Grub2-Bootloaders mit „OK“. Dann ziehen Sie die ISO-Datei des gewünschten Systems vom Dateimanager auf den Bereich unter „Drag and Drop ISO/ img“ im Fenster von Multisystem und bestätigen die Kopieraktion mit Ihrem root-Passwort. Diese Aktion wiederholen Sie für jedes System, das Sie von USB-Stick starten möchten.

Per Klick auf das Augen-Symbol blenden Sie ein erweitertes Menü ein. Bei Ubuntu-Systemen können Sie über die Schaltfläche mit dem Disksymbol einen persistenten Speicher einrichten: Das bedeutet, dass das an sich unveränderliche Livesystem nachträgliche Installationen und Konfigurationsänderungen erlaubt. Klicken Sie auf die Schaltfläche mit den Reglern und dann auf „grub.cfg“, um beispielsweise die Beschriftung der Grub-Menüeinträge zu bearbeiten.

Multisystem unterstützt mehr als 200 populäre Systeme. Einige Systeme entpackt das Tool auf den USB-Stick, andere startet es direkt aus der ISO-Datei. Für jedes System ist die Konfiguration des Bootloaders in der Datei „/usr/local/share/multisystem/ os_support.sh“ hinterlegt. Bei Bedarf können Sie diese Datei bearbeiten und auch nicht unterstützte Systeme einbauen.

2. Unter Windows ist Yumi („Your Universal Multiboot Installer“) das derzeit beste Tool, um mehrere Linux-Systeme auf USB-Datenträger zu kopieren. Wer die Wahl hat, sollte dem unkomplizierteren Yumi unter Windows gegenüber Multisystem unter Linux den Vorzug geben. Die Linux-Variante von Yumi ist inzwischen leider eingestellt. Es ist unter Windows ohne Installation sofort ausführbar, befördert mehrere Linux-Distributionen bootfähig auf USB und bietet beim Boot sein Auswahlmenü sowie den Boot über Festplatte. Die wenigen Arbeitsschritte sind einfach: Sie wählen in „Step 1“ das gewünschte Ziellaufwerk, in „Step 2“ die Distribution und im letzten Schritt das ISO-Image. Nach absolvierter Kopie fragt Yumi jedes Mal automatisch nach: „Would you like to add more ISOs…“. Mit „Yes“ können Sie dann nach demselben Strickmuster weitere Systeme aufnehmen, solange der Platz des Datenträgers reicht. Beim Booten des Datenträgers erscheint der Yumi-Bootloader und bietet unter „Linux Distributions“ die eingerichteten Systeme an. Standardmäßig lädt Yumi nach 30 Sekunden Wartezeit das festinstallierte System der ersten Festplatte.

Multiboot von installierten Linux-Systemen

Technisch völlig verschieden vom Start mehrerer Livesysteme ist ein Multiboot von ordentlich installierten Linux-Systemen. Und auch hier sind noch einmal zwei verschiedene Situationen zu unterscheiden:

Linux-Multiboot auf Festplatte: Soll auf einem PC mit Linux-Betriebssystem ein weiteres Linux installiert werden, hängt die richtige Vorgehensweise vom Installer des neuen Systems ab. Während sich alle Installer inzwischen sorgsam hüten, ein vorhandenes Windows zu shreddern, ist Linux-Rücksicht untereinander ungewiss. Der Ubuntu-Installer erkennt nach unserer Erfahrung die meisten bereits vorhandenen Linux-Systeme und bietet dann unter „Installationsart“ die Parallelinstallation genauso an wie nachfolgend unter „Linux und Windows“ (Schritt 3) beschrieben. Die Partitionierung, im Bedarfsfall die Verkleinerung der bestehenden Partition, erfolgt dann weitgehend automatisch. Bei jedem Installer, der das bestehende Linux nicht erkennt, hilft nur die manuelle Partitionierung wie bei der USB-Installation.

Linux-Multiboot auf USB: Linux läuft uneingeschränkt auf USB-Medien, jedoch ist das Setup auf eine Einrichtung auf die interne Festplatte ausgelegt. Wenn Sie mehrere Linux-Distributionen ordentlich (nicht bloß als Livesystem) auf USB einrichten möchten, ist manuelle Partitionierung zwingend. Im Falle des Ubuntu-Installers heißt das, dass Sie im entscheidenden Dialog „Installationsart“ den Punkt „Etwas Anderes“ wählen müssen. Für das erste System muss das Laufwerk neu partitioniert und formatiert werden. Klicken Sie auf die „-“-Schaltfläche, um vorhandene Partitionen zu entfernen. Erstellen Sie dann über die „+“-Schaltfläche so viele Partitionen, wie Sie vorhaben, Systeme einzurichten. Eine zusätzliche Swappartition ist nicht notwendig. Für das aktuelle installierte System wählen Sie hinter „Einbindungspunkt“ den Eintrag „/“ aus der Liste.

Unter „Gerät für die Bootloader-Installation“ wählen Sie unbedingt das USB-Medium aus, auf dem Sie installieren – beispielsweise „/dev/sdb“. Klicken Sie zum Abschluss auf „Jetzt installieren“.

Die Einrichtung der nachfolgenden Linux-Systeme verläuft analog. Sie müssen nur darauf achten, in die noch ungenutzten Partitionen zu installieren.

Linux und Windows parallel

Wer Windows nur benötigt, um einmal im Monat seine Überweisungen per Homebankingsoftware zu senden, spart sich Zeit und potenzielle Fehlerquellen, wenn er Windows unter einem Virtualisierungsprogramm installiert (siehe die Artikel zu Vmware und Virtualbox in diesem Heft, Seite 40 und 46 ff.). Geht es um häufigen Einsatz und optimale Leistung, kommt man aber um ein Multiboot-System nicht herum:

Schritt 1: Windows sollte zuerst installiert werden, da Windows bei der Installation standardmäßig die Grub-Bootumgebung von Linux überschreibt. Dies ist keine Katastrophe, zieht aber lästige Hilfsmaßnahmen mit der Super Grub Disk und der Grub-Reparatur nach sich (siehe unten).

Schritt 2: Wer nach installiertem Windows mit dem Aufspielen des ersten Linux-Systems beginnt, muss unter Windows zwei Optionen kontrollieren, die regelmäßig zu Problemen führen. Zum einen sollte der Schnellstart in den Systemeinstellungen unter den „Energieoptionen“ ausgeschaltet werden. Dort gibt es einen Eintrag, der bestimmt, was beim Drücken des Netzschalters passieren soll. Wenn Sie hier mit dem Link die Einstellungen freischalten, die „momentan nicht verfügbar“ sind, findet sich unter „Einstellungen für das Herunterfahren“ die Option „Schnellstart“. Diese Option müssen Sie deaktivieren.

Kontrollieren Sie in den „Eigenschaften“ der Festplatte zusätzlich, ob sich um einen „dynamischen Datenträger“ handelt. Mit dieser Art der Partitionierung kann keine Installationsroutine von Linux umgehen. Schließlich booten Sie den Rechner, unterbrechen den normalen Start (F2, F8, Esc und andere Varianten) und gehen in das Bios. Suchen Sie dort die Option „fastboot“, um sie auf „disabled“ zu setzen.

Schritt 3: Jetzt kann es mit der eigentlichen Installation des ersten Linux losgehen. Das Setup sollte das vorhandene Windows erkennen und eine friedliche Koexistenz vorschlagen. So markiert der Ubuntu-Installer im Dialog „Installationsart“ dann standardmäßig die Option „Ubuntu neben Windows installieren“ und bietet nach „Weiter“ sogar eine per Schieberegler skalierbare Verkleinerung der Windows-Partition an, um für Linux eine neue Partition zu schaffen. Wenn Sie der Installationsroutine eines weiteren zu installierenden Linux-Systems nicht trauen, können Sie an dieser Stelle bereits weitere Partitionen anlegen. Um sich Arbeit zu ersparen, wären dies eine logische Partition mit dem Mountpoint „/“, die als Rootpartition für die dritte Distribution dient, eine Partition, die als zweiter Auslagerungsspeicher genutzt wird, sowie eine dritte, die Sie unter „/home“ einhängen wollen.

Exkurs: Alle wesentlichen Partitionierungsaufgaben kann ein Installer wie Ubuntus Ubiquity im Zuge des Setups erledigen. Wenn Sie Partitionen und Größen genau planen, geht das aber auch vorab mit Gparted unter Linux oder mit der Datenträgerverwaltung unter Windows (diskmgmt.msc). Unter Windows gibt es zudem das kostenlose Minitool Partition Wizard (www.minitool.com/partition-manager/partition-wizard- home.html), das besonders einfach zu handhaben ist.

Schritt 4: Notieren Sie sich die Bezeichnungen der Partitionen, damit Sie bei der Installation auch später noch wissen, welche Rolle beispielsweise „/dev/sda7“ übernehmen sollte. Nach der Installation der ersten Linux-Distribution und dem Neustart des Systems sollten Sie die Wahl haben, zwischen Linux und Windows zu wechseln. Booten Sie nacheinander beide Betriebssysteme, um zu überprüfen, dass die Installation problemlos verlaufen ist. Konnten Sie Linux und Windows erfolgreich starten, starten Sie Ihren Rechner mit dem bootfähigen Startmedium eines eventuell dritten Betriebssystems. Es sollte das vorhandene Linux erkennen, aber feststellen, dass dafür kein Platz ist. Nutzen Sie jetzt entweder die bereits schon angelegten Partitionen oder verkleinern Sie die erste Partition des bereits installierten Linux.

Schritt 5: Der Wunsch, unter jedem gestarteten System auf den gleichen Bestand an Dokumenten zugreifen zu können, ist am einfachsten durch eine separate Festplatte oder Partition zu erreichen, die ausschließlich für Dokumente genutzt wird. Diese Datenpartition wird dann unter einem zweiten oder dritten System eingebunden und so konfiguriert, dass sie beim Systemstart zur Verfügung steht.

Diese Extrapartition oder Festplatte empfehlen wir auch beim Multiboot Linux–Linux, weil diese Konstruktion nach allen Erfahrungen weniger fehleranfällig ist, als systemübergreifende Home-Verzeichnisse zu benutzen. Für den unkomplizierten Austausch zwischen Windows und Linux empfiehlt sich das Dateisystem NTFS, eventuell auch rechteloses exFAT, was unter Linux nur die Nachinstallation der Pakete „exfatfuse“ und „exfat-utils“ erfordert.

Die (gelegentliche) Grub-Malaise

Hat alles funktioniert, sollten Sie die Wahl zwischen mehreren Systemen haben. Soweit die Theorie. In der Praxis funktioniert das wahrscheinlich in über 90 Prozent aller Fälle. Zeigt Ihnen der Bootmanager das dritte System nicht an, dürfte in den allermeisten Fällen nur der Menüeintrag nicht angelegt worden sein. Öffnen Sie im erfolgreich installierten Linux-System ein Terminal und geben Sie dort

sudo update-grub

ein. Damit werden alle Scripts von Grub ausgeführt und auch die Systemsuche läuft durch. Starten Sie danach das System komplett neu. Hat das zu keinem Ergebnis geführt, liegt das Problem wahrscheinlich tiefer. Mit Rescatux (www.supergrubdisk.org/rescatux/) gibt es ein bootfähiges Minisystem mit einigen Scripts, mit deren Hilfe sich ein lahmender Bootmanager reparieren lässt. Es unterstützt den Anwender, das Bootmenü von Grub zu bearbeiten und manuell Systeme hinzuzufügen. Vom gleichen Entwicklerteam stammt die bootfähige Super Grub Disk (auf Heft-DVD, „Extras und Tools“). Damit den PC gebootet, wählen Sie die Option „Detect and show boot methods“ und wählen danach das gewünschte System aus, das Sie starten wollen. Dort öffnen Sie ein Terminal und stellen mittles des Befehls

sudo grub-install –recheck /dev/sda sudo update-grub

die Bootumgebung wieder her.

Die Alternative refind

Streng genommen ist Grub aus Sicht der Rechnerarchitektur bei einem Uefi-System überflüssig. Es ist aber aus historischen Gründen und mit Rücksicht auf ältere Bios-Hardware immer noch dabei. Eine Alternative zu Grub ist das von einem unabhängigen Entwickler programmierte refind („rEFInd“). Es steht in verschiedenen Versionen zur Verfügung und kann unter Linux, Windows und sogar auf dem Mac installiert werden.

Wenn also Windows aktuell das einzige System auf dem Rechner ist, nutzen Sie die passende Variante des Bootloaders. Nach erfolgreicher Einrichtung meldet sich stets zunächst refind, auch für den Fall, dass Sie lediglich Windows auf dem Rechner haben. Sie können danach dann mit dem Setup eines weiteren Systems beginnen, wie exemplarisch gezeigt, also Platz für das zweite System per Partitionierer schaffen. Dann legen Sie das Bootmedium des zweiten Betriebssystems ein und starten den Rechner neu.

Das Werkzeug wird Ihnen dann den Start vom eingelegten Datenträger anbieten, so dass Sie mit der Installation des zweiten Betriebssystems beginnen können.

Was macht Grub eigentlich?

Damit Sie beim Einschalten des Systems zwischen den verschiedenen Betriebssystemen wählen können, benötigen Sie einen Bootloader.

Im Falle der bekannten und aktuellen Linux-Distributionen ist das Grub 2. Sind nur Linux-Systeme installiert, lädt Grub 2 den gewünschten Kernel, der dann das Betriebssystem initialisiert. Bei einer Multiboot-Konfiguration leitet Grub bei Bedarf die Anforderung an den Windows-Bootloader weiter.

Grub 2 muss allerdings mit einer Vielzahl unterschiedlicher Konfigurationen zurechtkommen. Aktuelle PCs booten standardmäßig von einer Partition im GPT-Format und verwenden Uefi-Firmware. Ältere PCs nutzen dagegen Bios und MBR-Partitionen (Master Boot Record). Bei herkömmlichem Bios werden bei der Linux-Installation 512 Bytes des Grub-2-Bootloaders („boot.img“) in den MBR der ersten Festplatte geschrieben. Damit findet der Bootloader den ersten Sektor der Datei „/boot/grub/core.img“ und führt den enthaltenen Code aus. Er lädt die Module, die für den Zugriff auf das Dateisystem nötig sind, und zeigt sein Bootmenü an.

Ist Linux dagegen im Uefi-Modus installiert, liegt der Bootloader in der EFI-Partition, die in das Dateisystem unter „/boot/ efi“ eingebunden ist. Für jedes System gibt es ein eigenes Verzeichnis – zum Beispiel „/boot/efi/EFI/ubuntu“. Die Konfiguration von Grub 2 erfolgt automatisch über die Scripts unter „/etc/grub.d“. Das wichtigste Script sucht unter „/boot“ nach Linux-Kerneln („vmlinuz-“) und Ramdisk-Dateien („initrd.img“) und erstellt die Einträge für das Bootmenü.